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Lehrer-Schüler-Interaktionen
Soziale Interaktion:
Was ist soziale Interaktion? Verhaltensweise innerhalb einer Gruppe und deren zugrunde liegenden Einflussfaktoren. * im weiteren Sinne: sämtliche Einflüsse zw. Personen in einer bestimmten Situation. * Im engeren Sinne: direkte Einflüsse zwi. Personen (z.B Augenkontakt)
Soziale Interaktion im Sportunterricht:
Interaktion vs. Koaktion: Koaktion: nicht miteinander, sondern nebeneinander, folglich ein passiver Eionfluss. Bsp. Ziel zweier Mannschaften ist es, sich im Lauf maximal viele Volleyballpässe zuzuspielen. Beide Mannschaften spielen auf dem gleichen Feld. Sie haben keinen direkten Einfluss (jeder hat den eigenen Ball und Ziel) jedoch beeinflussen sie einander z.B durch im Weg stehen etc. (passiver Einfluss)
Interaktion: miteinander, aktiver Einfluss (gegenseitig)
Interaktionsarten Symmetrische Int.: Einfluss von beiden Seiten gleich stark
beide Parteien werden von anderer beeinflusst, können aber eigene Pläne verfolgen
Asymmetrische Int.: Einfluss stark von einer Seite. Bsp: autoritäres Lehrer-Schüler-Verh.
Reaktive Int.: starke Interaktion zwischen beiden Parteien. Das eigene Handeln
hängt stak vom Gegner und dessen Handeln ab. Man reagiert ständig, das agieren und somit system. Verfolgen der eignen Pläne fällt weg.
Kommunikation
Kommunikation ist ein fester Bestandteil der sozialen Interaktion!
„Kommunikations-Kreis“ Sender→ Kodierung → Störgrösse → Empfänger –> Entkodierung (interpretieren/ verstehen) → Reaktion → Sender Die Raktion des Empfängers zeigt dem Sender, ob die Mitteilung (richtig) angekommen ist; Der Kreis schliesst sich.
! in einer Information sind neben Sachverhalten auch andere „messages“ enthalten. Es ist personen- und situationsabhängig, wie diese interpretiert werden. (Bsp. „Max wechsle die Gruppe“: - ist er zu gut, zu schlecht, sind die anderen schlecht etc.)
Formen der Kommunikation - verbal (Sprache) → bewusste Mitteilung - nonverbal (Mimik, Gestik etc.) → weniger bewusst kontrollierbar; ! im Sport sehr wichtig
z.B für motorisches Lernen. 50-70% der Kommunikation im Sport ist nonverbal. !schwerer dekodierbar
- Umgebung (bsp. Tasche im Zug auf Sitz = keine Sitznachbarn erwünscht)
- > z.T auch nonverbal
nonverbale Kommunikation Punkte der nonverbalen Kommunikation: - Äusserlichkeiten/ Aussehen - Gestik - Mimik/ Gesichtsausdruck - Stimme/ Ton - Körperhaltung - Berührungen
gute Kommunikation im Sportunterricht (12 P.): 1. sei direkt 2. sei persönlich (1.pers. sing. Sprechen) 3. Kommuniziere explizit und vollständig 4. wiederhol dich falls die Mittelung nicht verstanden wird 5. sei klar und konsitent 6. trenn Tatsache und Meinung 7. nur eine Sache pro Mal 8. gib unmittelbare Rückmeldung¨ 9. nur eindeutige Äusserungen 10. sei unterstützend und ermutigend 11. Äusserungen auf Empfänger und Kontext abstimmen 12. stell sicher dass deine Mitteilungen verstanden wurden! (Blickkontakt)
Wie beeinflusst die Lehrer-Schüler-Interaktion das Lernen?
Pygmalioneffekt: der Lehrer hat von einem Schüler einen bestimmten Eindruck (z.B durch Erfahrungen od. Gehörtes). Dadurch verhält sich der Lehrer gegenüber dem Schüler so, dass dieser das vom Lehrer erwartete Verhalten aufzeigt, ohne wirklich so zu sein. → er wird vom Lehrer in ein Verhalten gedrängt → Lehrer ist sehr voreingenommen → Teufelskreis
Allg. wird das Lehrerverhalten stärker durch neg. Erwartungen beeeinflusst. Erwartungen werden schon sehr früh gebildet. Stereotype Eigenschaften wie Rasse, Geschlecht etc. sind sehr massgebend.
Vorurteile und „grundlose“ Erwartungen kommen v.a dann zustande, wenn wenig Wissen über das Gegenüber vorhanden ist. → Urteil auf unpräzisen Informationen
Attributionstheorie Verschiedene Geschehnisse können verschieden attribuiert werden, also durch verschiedenen Gründe erklärt werden: - global: allgemein (ALLE HASSEN MICH) - spezifisch: eine Person oder Sache (DIESER Lehrer hasst mich) - stabil: es ist immer so (mein ganzes Leben…) - variabel: heute, veränderlich - intern: wegen mir , Grund liegt in meiner Person - extern: von aussen, Umgebung betreffen, Grund liegt nicht in meiner Person
Für ein gutes Selbstvertrauen ist es wichtig, dass man gute Erfahrungen eher intern, schlechte dagegen eher extern attribuiert. (! Nicht zu extrem, sonst Richtung Grössenwahn)
1. Atributionsfehler: Attributionsfehler bezeichnet die Tendenz, den Einfluss dispositionaler Faktoren, wie Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen und Meinungen, auf das Verhalten (anderer) zu überschätzen und externale Faktoren, wie situative Einflüsse, zu unterschätzen.
2. Attributionsfehler: Misserfolg wird auf das Umfeld abgeschoben. Gute Leistungen jedoch der Person zugeschrieben.
Attributionsfehler vermeiden: - Vor allem beim Urteil in Bezug auf andere ist Vorsicht geboten. - V.a. bei negativen dispositionalen Attributionen („was für ein Versager“) - Schritt zurück gehen! - hat es nicht an der Situation gelegen? - Vielleicht hat der Schüler aufgrund der Situation versagt?
Kompetenzen des Trainers:
Integrität, Flexibilität, Loyalität, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein, Aufrichtigkeit, Weitsicht, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin, Geduld (Weinberg&Gold, 1999)
Führungsstiele:
Autokratischer Führungsstiel: Uneingeschränktes Herrschen durch den Führer!
- Gruppe arbeitet hart, oft nur unter Aufsicht - - viel Aggressivität & Vandalismus
Laissez-faire Führungsstiel: Keine Führung, Gruppe hat alle Freiheiten
- wenig und schlechte Arbeit - geringe Effizienz - unstrukturierte Aktivität
demokratischer Führungsstiel (auch autoritativ): Einbezug der Gruppe in die Planng etc. - zuverlässiges und effizientes Arbeiten - mehr Interesse und Motivation - mehr Loyalität und Freundlichkeit - mehr Spass und Bereitschaft zu teilen
Zusammenfassung:
• Soziale Interaktion beschreibt das Verhalten und Einflussprozesse innerhalb einer Gruppe • In einer Gruppe können alle Mitglieder miteinander kommunizieren • Kommunikation ist ein integrativer Bestandteil von Interaktion (Sender ←–> Empfänger) • Soziale Interaktion (im Sportunterricht) bildet hierarchische und affiliative Beziehungsverhältnisse sowie den Grad an Involviertheit ab • Im Sportunterricht treten nonverbale (Äusserlichkeiten, Gestik, Mimik,Berührungen, Haltung, Stimmlage) und Umwelt (z.B. Territorialverhalten) bezogene Kommunikation besonders häufig auf
• Die Interpretation nonverbaler und Umwelt bezogener Mitteilungen hängen vom sozialen Kontext und den Rollen der Kommunikationspartnern ab • Die Mimik ist das effektivste Mittel der nonverbalen Kommunikation • Im Sportunterricht hat nonverbale Kommunikation zwei Ziele: a) Regulation sozialer Prozesse, b) Vermittlung von motorischen Inhalten • Erwartungen von Lehrern übertragen sich auf die Schüler durch das sozioemotionale Klima, das Feedback sowie den Lehrer initiierten Input und Output • Erwartungen von Lehrern entwickeln sich früh und beruhen im Sportunterricht speziell auf Schülereigenschaften wie dem Somatotyp, der körperlichen Attraktivität und dem Geschlecht
• Sportunterricht ist ein natürliches Biotop für soziale Interaktionsprozesse • Das Beobachten sozialer Interaktion wird dadurch erschwert, dass die Aufnahmefähigkeit des Lehrer begrenzt ist (Inhalt, Organisation, etc.) • Befragungen und systematische Beobachtungen der Schüler können deswegen hilfreich sein • Schülerverhalten ist eine (mehr oder weniger) direkte Konsequenz des Lehrerverhaltens (und vice versa) • Lehrer sind Modelle für soziale Interaktionsprozesse (Gruppenbildung, Kommunikation, Unterrichtsstil, positives Gruppenklima

